Die lebenslustige Frau war es gewohnt bis in ihre neunziger Jahre früh aufzustehen und dem Tag aktiv zu begegnen. 

Schon länger wurde sie sich jedoch ihrer nachlassenden Gedächtnisleistung bewusst, und ab einem bestimmten Zeitpunkt bekam sie zunehmend Angst, die Einnahme Ihrer lebenswichtigen Tabletten zu vergessen. Ein Nachbar, zu dem Sie seit Jahren ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, überzeugte Sie, die professionelle Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen und kontaktierte das Netzwerk für ambulante Pflege. 

Gemeinsam mit den Sozialarbeitern wurde festgestellt wie viel Hilfe Frau K. benötigte, um weiterhin ein eigenständiges Leben in Ihrer Wohnung führen zu können. Aktiv, wie sie als ehemalige Haushälterin immer gewesen war, wollte Sie keine Hilfe für Haushalt und Körperpflege – sie wollte lediglich, dass jemand vorbeikommt, ihre Tabletten stellt und sie an deren Einnahme erinnert.  Also wurde der Besuch einer examinierten Pflegekraft für dreimal täglich vereinbart.  

Einige Monate wurde Frau K. mit Medikamenten versorgt. Sie hatte sich an die täglichen Besuche gewöhnt und freute sich über die willkommene Abwechslung. Dem geschulten Auge der Pflegekräfte entging jedoch nicht,  dass der Gesundheitszustand  sich zunehmend verschlechterte und die Bewältigung des Alltags ihr immer schwerer fiel. Die Verwirrtheitszustände nahmen zu. Die Rentnerin vergaß immer öfter das regelmäßige Trinken und Essen. 

Schon länger benutzte sie einen Rollator. Die Wohnung sauber zu halten, zu kochen und sich zu waschen wurde immer beschwerlicher. 

Weitere Hilfen für Haushalt und Körperpflege wurden vereinbart. Die  Sozialarbeiter vom Netzwerk stellten alle erforderlichen Anträge und erreichten eine Übernahme der Kosten durch die Pflegeversicherung. 

Nach einem Sturz in der Wohnung, der zum Glück ohne ernsthafte Folgen blieb, hatte sie jedoch Angst,  dies könne noch einmal passieren, dann aber mit vielleicht schlimmerem Ausgang.  

Der Pflegedienstleiter vom Netzwerk besuchte Frau K. noch am gleichen Tag. Verwirrt und verängstigt durch den Sturz, fand er sie in einem schlechten Zustand vor. Da sie Angst hatte, alleine in der Wohnung zu bleiben, nahm der Pflegedienstleiter sie gleich mit in die Wohngemeinschaft. Dort sollte sie sich in sicherer Umgebung erst einmal wieder erholen.  

Schon beim Betreten fühlte sich die ältere Dame wohl und geborgen. Die heimelige Atmosphäre der Altbauwohnung mit der geschmackvollen Möblierung strahlte Ruhe und  Geborgenheit aus. So ganz anders als die sterilen Flure der meisten Pflegeheime. Am Tisch in der großen Wohnküche waren die meisten Bewohner  zum Abendessen versammelt. Eine freundliche Pflegekraft versorgte die älteren Bewohner mit Getränken und Abendbrot, andere halfen sich gegenseitig. 

 

 

 

Nach wenigen Tagen hatte Frau K. sich wieder erholt. Ihre Verwirrtheit und Unsicherheit war durch die klare Strukturierung des Tagesablaufs wieder zurückgegangen. 

Wieder regeneriert und bei gewohnten Kräften entschied sich Frau K.:„Ich will nicht mehr alleine sein. Ich ziehe jetzt für immer in die Wohngemeinschaft. Hier werde ich zuverlässig mit allem versorgt. Wenn ich Hilfe brauche ist immer jemand da. Und meine Medikamente werde ich auch nicht mehr vergessen.“ 

Frau K. bezog bereits nach wenigen Tagen ein gemütliches sonniges Altbauzimmer. Behaglich eingerichtet mit Ihren eigenen Möbeln und liebgewordenen Erinnerungsstücken. Durch die geordnete Tagesstrukturierung, regelmäßiges Essen und Trinken und die sozialen Kontakte wurden Ihre Verwirrtheitszustände seltener.  

Bis heute fühlt sie sich gut versorgt und durch die ständige Anwesenheit der Pflegekräfte auch sicher. Rundherum bestens aufgehoben führt sie ein selbstbestimmtes Leben in einer guten Gemeinschaft. 

Frau K. sagt: „Ich kann es nur jedem empfehlen hierher zu kommen, aber viele wissen davon ja gar nichts. Ich sage es allen meinen Bekannten und will auch, dass das veröffentlicht wird!“ 

Der Einzug in eine ambulante Wohngemeinschaft - ein großer Schritt für eine Frau von 97 Jahren.

Bereut hat es Frau K. nie.

 
Website by Headshot-Berlin :: Fotografie . Grafik . Webdesign.